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Outdoor-Handschuhe

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Fingerhandschuhe, Fäustlinge und Unterziehhandschuhe für Wanderung, Bergtour, Rad und Alltag. Es zählen Bewegung, Wind und Nässe.

Ratgeber

Outdoor-Handschuhe

Wer sich bei Kälte bewegt, kommt mit einem dünnen, winddichten Fingerhandschuh aus. Wer viel steht oder rasch friert, greift zu einem gefütterten Outdoor-Handschuh im Wärmelevel Warm oder zu einem Fäustling, bei Nässe mit Membran.

Welcher Outdoor-Handschuh passt?

Person in blauem Funktionsshirt zieht einen grauen Strickhandschuh mit dunklen Fingerkuppen an
Greifen, Schnüren und Tippen gelingen im Fingerhandschuh besser.
  • Fingerhandschuh oder Fäustling?

    Fäustling wärmt mehr

    Mehr dazu

    Der Fäustling ist der wärmere Outdoor-Handschuh: Er schließt mehr Luft ein, und die Finger liegen beieinander. Für Stöcke, Schuhbänder und Handy ist der Fingerhandschuh praktischer.

  • Welches Wärmelevel brauche ich?

    Light bis Extra Warm

    Mehr dazu

    Light, wenn du zügig gehst. Warm für normale Wintertage. Extra Warm für langes Stehen und strengen Frost im Jänner. Die drei Stufen sind Einstufungen im Shop, keine Normwerte.

  • Muss ein Outdoor-Handschuh wasserdicht sein?

    Nur bei Nässe

    Mehr dazu

    Bei Regen und nassem Schnee ja, dann mit wasserdichter Membran wie Gore-Tex. Sie lässt weniger Schweiß hinaus. Gehst du schnell und bleibt es trocken, passt ein winddichter Handschuh besser.

  • Was bringt ein Unterziehhandschuh?

    rund 20 % wärmer

    Mehr dazu

    Ein dünner Unterziehhandschuh (Liner) kann einen Handschuh laut Hestra rund 20 % wärmer machen. Am Gipfel ziehst du den dicken Handschuh fürs Foto aus, und die Finger bleiben bedeckt.

  • Wie stark kühlt Wind die Hände aus?

    −20 statt −10 °C

    Mehr dazu

    Bei −10 °C und 30 km/h Wind fühlt sich die Luft wie −20 °C an. Winddicht zählt bei einem Handschuh deshalb oft mehr als dickes Futter, am Grat genauso wie am Rad.

Welche Bauarten gibt es?

  • Fingerhandschuhe

    Zanier TOUR.WS in Grau mit dunkler Innenhand

    Für Wandern, Alltag und den Aufstieg.

    • Vorteil: Greifen, Stöcke, Reißverschlüsse
    • Nachteil: Bei Frost schneller kalt
  • 3-Finger-Handschuhe

    Outdoor Research Highcamp 3-Finger Gloves in Schwarz mit Stulpe

    Für kalte Tage mit Stöcken.

    • Vorteil: Zeigefinger frei
    • Vorteil: Wärmer als fünf Finger
    • Nachteil: Kälter als ein Fäustling
  • Fäustlinge

    Salewa Walk Wool 2 Mitten aus grau melierter Wolle

    Für Winterwandern, Schneeschuh und kalte Hände.

    • Vorteil: Wärmt mehr als ein Fingerhandschuh
    • Nachteil: Wenig Fingergefühl
  • Unterziehhandschuhe

    Zanier Merino Liner Touch in Olivgrün, dünner Fingerhandschuh

    Unter dem Handschuh, allein nur bei mildem Wetter.

    • Vorteil: Fingergefühl
    • Vorteil: Oft mit Touchscreen-Fingern
    • Nachteil: Allein kaum Schutz vor Wind und Nässe
TypEinsatzStark beiGrenze
FingerhandschuheWandern, Alltag, AufstiegGreifen, Stöcke, Zippverschlüssejeder Finger wärmt für sich, bei Frost rascher kalt
FäustlingeWinterwandern, Schneeschuh, kalte HändeWärmewenig Fingergefühl
3-Finger-Handschuhekalte Tage mit StöckenZeigefinger frei, wärmer als fünf Fingerkälter als ein Fäustling
Unterziehhandschuheunter dem Handschuh, allein an milden TagenFingergefühl, oft Touchscreenallein kaum Schutz vor Wind und Nässe
Halbfinger-HandschuheKlettersteig, Rad, SichernGrip am Stahlseil, freie Fingerspitzenkein Kälteschutz

Damen-Outdoor-Handschuhe gibt es ab kleineren Größen, Unisex- und Herren-Outdoor-Handschuhe bis zu großen Händen. Bei Kinder-Outdoor-Handschuhen zählt meist das Alter, nicht der Handumfang. Geht es dir vor allem um Wärme, schau gleich bei den Outdoor-Fäustlingen.

Wie messe ich meine Handschuhgröße?

Hand in schwarzem Handschuh mit Noppen auf der Innenseite zieht an einer orangefarbenen Lasche, im Hintergrund Schnee

In vier Schritten

  1. Messen. Leg ein Maßband an der breitesten Stelle um die Hand, knapp unter den Knöcheln, der Daumen bleibt draußen. Eine Schnur und ein Lineal tun es auch.
  2. Vergleichen. Schau in die Größentabelle der Marke. Reusch gibt für Größe 8 einen Handumfang von 20,3 cm an, andere Marken liegen leicht daneben.
  3. Im Zweifel größer. Zwischen zwei Größen nimmst du bei Sporthandschuhen die größere. Ein wenig Luft zwischen Hand und Material isoliert. Zu eng heißt kälter.
  4. Faust machen. Mach eine Faust und greif einen Stock: Es darf nirgends spannen. Trägst du einen Unterziehhandschuh, probier gleich mit ihm.

Der Österreichische Alpenverein nennt Mütze und Handschuhe für mehrtägige Wanderungen im Hochgebirge „Pflicht“, auch im Hochsommer: Dort musst du mit Temperaturen unter 0 °C und mit Schneefall rechnen. Das gilt in den Hohen Tauern wie in den Ötztaler Alpen.

Für den Weg ins Büro oder die Runde mit dem Hund reicht dagegen ein einfacher winddichter Handschuh ohne Membran.

Das Wichtigste im Überblick

  • In Bewegung reicht ein dünner, winddichter Fingerhandschuh.
  • Wer viel steht oder schnell friert, nimmt einen Fäustling.
  • Eine Membran brauchst du nur bei Regen und nassem Schnee.

Häufige Fragen

Wie wasche ich Outdoor-Handschuhe?

Mit der Hand. Handschuhe mit Gore-Tex-Membran kommen in lauwarmes Wasser mit wenig Flüssigwaschmittel, ohne Weichspüler. Drück das Wasser sanft von den Fingern zum Handgelenk hinaus. Zum Trocknen zeigen die Finger nach oben, weg vom Heizkörper. Das Pflegeetikett geht vor.

Sind Lederhandschuhe wasserdicht?

Nein, Leder allein hält Dauernässe nicht ab. Ziegenleder verträgt Feuchtigkeit laut Hestra von Natur aus, will aber regelmäßig Lederbalsam. Bei Regen und nassem Schnee brauchst du einen Lederhandschuh mit Membran. In die Waschmaschine gehört Leder nie.

Brauche ich am Klettersteig Handschuhe?

Ja. In der Checkliste des Österreichischen Alpenvereins für die Klettersteig-Tour stehen Klettersteig-Handschuhe neben dem Steinschlaghelm. Eng sitzend und mit freien Fingerspitzen verbessern sie den Grip am Stahlseil und schützen vor abstehenden Drahtlitzen. Warm halten sie nicht.

Gibt es eine Norm für warme Handschuhe?

Für Arbeitshandschuhe ja: EN 511 prüft Schutzhandschuhe gegen Kälte. Sie vergibt je eine Stufe von 0 bis 4 für Konvektionskälte und Kontaktkälte, dazu 0 oder 1 für Wasserdichtheit. Fehlt diese Angabe bei einem Outdoor-Handschuh, hältst du dich an die Wärmeeinstufung des Herstellers.

Ab wann drohen Erfrierungen an den Händen?

Ab gefühlten −28 °C kann ungeschützte Haut laut kanadischem Wetterdienst in 10 bis 30 Minuten gefrieren. So kalt fühlen sich −15 °C bei 50 km/h Wind an: gefühlt −29 °C. Zieh die Handschuhe dann nur kurz aus und trag einen Unterziehhandschuh darunter.

Stand: Oktober 2026

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