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Wanderschuhe

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Wanderschuhe vom Halbschuh für die Forststraße bis zum Trekkingstiefel für die Hüttenrunde. Es zählen Gelände, Rucksackgewicht und Passform.

Ratgeber

Wanderschuhe

Für Almwege und Tagestouren im Hügelland genügt ein leichter Wanderschuh der Kategorie A oder A/B. Auf Bergwegen in Tirol, Salzburg oder Kärnten bist du mit einem Bergschuh der Kategorie B besser bedient, dessen Schaft über den Knöchel reicht. Vor allem muss er passen.

Welcher Wanderschuh passt zu mir?

Zwei Füße in gelb-schwarzen, hohen Bergstiefeln stehen auf Felsen am Ufer eines Bergsees, dahinter Berge
Je rauer das Gelände und je schwerer der Rucksack, desto höher der Schaft.
  • Was sagen die Kategorien A bis D?

    A weich, D steif

    Mehr dazu

    A steht für eine sehr flexible Sohle, D für eine extrem steife. Wanderschuhe liegen zwischen A und B/C, darüber beginnen die Schuhe für Fels und Eis. Jeder Hersteller stuft seine Modelle selbst ein.

  • Halbschuh oder Schaft über dem Knöchel?

    Mid Cut für die meisten

    Mehr dazu

    Ein Wanderstiefel, der über den Knöchel reicht, deckt die meisten Wege ab. Low Cut passt auf gute Wege mit leichtem Rucksack. High Cut gehört zu Geröll und schwerer Last.

  • Wie groß kaufe ich Wanderschuhe?

    1 Fingerbreit Luft

    Mehr dazu

    Vor den Zehen bleibt ein Fingerbreit Luft, damit sie im Abstieg nicht anstoßen. Oft heißt das: eine halbe Nummer über deiner Alltagsgröße. Probier am Nachmittag, da sind die Füße dicker.

  • Wann lohnt sich eine Membran?

    Bei Regen und Tau

    Mehr dazu

    Eine Membran wie Gore-Tex hält Wasser draußen und lässt Schweiß als Dampf hinaus. Sie lohnt sich bei taunassen Almwiesen, Schneefeldern und Regen. An trockenen Sommertagen geht es ohne.

  • Leder oder Synthetik?

    Leder für Geröll

    Mehr dazu

    Synthetik wiegt weniger und trocknet rasch, ist im Geröll aber früher durchgewetzt. Leder braucht länger zum Trocknen und will eingegangen und gepflegt werden. Viele Bergschuhe mischen beides.

Die Wanderschuh-Typen im Vergleich

  • Leichter Wanderschuh (Low Cut, A bis A/B)

    Columbia Crestwood Hiking Shoes in Grau, flacher Wanderschuh

    Für Spazierwege und Tagestouren mit leichtem Rucksack.

    • Vorteil: Wenig Gewicht
    • Vorteil: Weiche Sohle, rollt bequem ab
    • Nachteil: Kaum Halt am Knöchel
    • Nachteil: Zu weich für Geröll und schweres Gepäck
  • Wanderstiefel (Mid Cut, Kategorie B)

    Salewa MS MTN Trainer Lite Mid GTX in Blau und Schwarz, knöchelhoher Wanderschuh

    Für Bergwege von den Voralpen bis ins Hochgebirge.

    • Vorteil: Halt am Sprunggelenk
    • Vorteil: Profilsohle für Wurzeln und Steine
    • Nachteil: Schwerer
    • Nachteil: Auf Forstwegen mehr Schuh, als du brauchst
  • Trekkingstiefel (High Cut, Kategorie B/C)

    Mammut Mercury Tour II High GTX in Grau, hoher Trekkingstiefel

    Für Mehrtagestouren mit schwerem Rucksack und Geröll.

    • Vorteil: Steife Sohle und hoher Schaft stützen
    • Nachteil: Rollt auf flachen Wegen zäh ab
    • Nachteil: Nicht voll steigeisenfest
  • Gefütterter Winterwanderschuh

    Columbia Bugaboot III in Schwarz, gefütterter Winterstiefel zum Schnüren

    Für Winterwanderwege, Schnee und Kälte.

    • Vorteil: Warmes Futter und Membran
    • Vorteil: Sohle mit Griff auf Schnee
    • Nachteil: Ab dem Frühjahr zu warm
    • Nachteil: Auf Eis brauchst du zusätzlich Grödel
TypEinsatzStark beiGrenze
Leichter Wanderschuh (Low Cut, Kategorie A bis A/B)Spazierwege, Forststraßen, Almwege mit leichtem RucksackLeicht, weiche Sohle, angenehm beim AbrollenWenig Halt am Knöchel. Für Geröll und schwere Rucksäcke zu weich.
Wanderstiefel (Mid Cut, Kategorie B)Tagestouren auf Bergwegen, von den Voralpen bis ins HochgebirgeStützt das Sprunggelenk, Profilsohle greift auf Wurzeln und SteinMehr Gewicht. Auf der Forststraße zu viel Schuh.
Trekkingstiefel (High Cut, Kategorie B/C)Hüttentouren über mehrere Tage, schwerer Rucksack, BlockwerkSteife Sohle und hoher Schaft halten auch müde Beine stabilRollt im Flachen schwer ab. Nicht voll steigeisenfest.
Gefütterter WinterwanderschuhWinterwanderwege, Rodelbahn-Aufstieg, kalte Tage im JännerWärmendes Futter, Membran, Sohle mit Griff auf SchneeIm Sommer zu warm. Auf Eis kommen Spikes dazu.

Damen, Herren, Kinder: Damenmodelle entstehen in der Regel auf einem eigenen Leisten, der Form, über die der Schuh gebaut wird. Bei manchen Damen-Wanderschuhen ist der Schaft hinten tiefer geschnitten, weil die Wade bei Frauen meist tiefer ansetzt.

Drückt oder schlupft es, probier auch Herren-Wanderschuhe oder umgekehrt. Kinder-Wanderschuhe sollen innen 12 bis 17 mm länger sein als der Fuß.

Welcher Schuh für welchen Weg?

Der Alpenverein kennzeichnet Bergwege mit einem farbigen Punkt auf dem gelben Wegweiser: blau, rot oder schwarz. Schau vor der Tour darauf. Im Zehnjahresmittel bis Oktober 2025 war Sturz, Stolpern oder Ausgleiten laut Kuratorium für Alpine Sicherheit mit 40 % die häufigste Unfallursache beim Wandern in Österreich.

Wanderin in leichten, hellen Halbschuhen steigt auf einem felsigen, bewachsenen Pfad bergauf
Auf Almwegen und Forststraßen reicht ein leichter Schuh der Kategorie A/B.
Deine SituationUnsere Empfehlung
Wenn du auf Forststraßen und breiten Almwegen gehst, etwa im SalzkammergutGenügt ein leichter Wanderschuh der Kategorie A/B. Nach Regen ist Mid Cut angenehmer.
Wenn am Wegweiser ein blauer Punkt stehtNimm einen Wanderschuh der Kategorie B. Blaue Bergwege sind einfacher, können aber schmal und steil sein.
Wenn der Punkt rot oder schwarz istNimm einen Bergschuh der Kategorie B oder B/C mit Schaft über dem Knöchel. Auf schwarzen Wegen sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit unbedingt erforderlich.
Wenn im Frühsommer noch Altschneefelder am Weg liegenSetzt der Alpenverein gute Bergschuhe voraus und empfiehlt Spikes, die du über den Schuh ziehst.
Wenn die Tour über einen Gletscher führtIst das kein Fall für Wanderschuhe. Voll steigeisenfest sind erst Bergstiefel der Kategorien C/D und D.

Das Wichtigste im Überblick

  • Almwege: Kategorie A bis A/B, Bergwege: Kategorie B.
  • Vor den Zehen bleibt ein Fingerbreit Luft.
  • Neue Wanderschuhe erst auf kürzeren Touren einlaufen.

Häufige Fragen

Blick von unten auf die grob profilierte Sohle eines Wanderschuhs mit orangefarbenen Schnürsenkeln, der Fuß hebt sich über felsigem Boden, dahinter blauer Himmel
Auf Bergwegen braucht die Sohle Profil.
Wie gehe ich neue Wanderschuhe ein?

Auf kurzen Runden, bevor es auf die große Tour geht. Lederstiefel brauchen dafür länger als Synthetikschuhe. Trag dabei die Socken, mit denen du später wanderst. Heuer gekauft und gleich auf den Dreitausender: Das geht selten gut.

Warum zerbröselt die Sohle alter Bergschuhe?

Der Grund heißt Hydrolyse. Die Sohle altert chemisch, wird porös und rissig und löst sich oft ab, auch wenn die Schuhe kaum getragen wurden. Lowa empfiehlt, Wanderschuhe spätestens nach 5 Jahren beim Händler prüfen zu lassen.

Wie trockne ich nasse Wanderschuhe?

Langsam, in einem gut belüfteten Raum. Heizung, Kachelofen und pralle Sonne sind tabu, weil nasses Leder dabei reißen kann. Die Einlegesohle kommt heraus. Danach bürsten, leicht feucht imprägnieren und Leder mit Wachs pflegen, auch bei Schuhen mit Membran.

Kann ich in Laufschuhen wandern gehen?

Auf der Forststraße schon. Wird es steil, steinig oder matschig, fehlen Sneakern Profil und Halt. Trailrunningschuhe setzen Kraft und Koordination im Sprunggelenk voraus. Mit Rucksack und auf langen Touren bist du in Wanderschuhen besser aufgehoben.

Stand: Oktober 2026

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